Nebenwirkungen einer Blutegeltherapie
Häufige Nebenwirkungen
Narben
Normalerweise verheilt die Bisstelle so dass sie innerhalb weniger Wochen nicht mehr sichtbar ist. Bei älteren Menschen oder Menschen mit einer verstärkten Narbenbildung kann es zu einer ebensolchen kommen. Die sichtbaren Marben sind normalerweise sehr klein und als punktförmige Hautaufhellung sichtbar.
Blutergüsse
Rund um die Bisstelle kommt es öfters zu Blutergüssen, die sich jedoch innerhalb weniger Tage wieder vollständig auflösen.
Rötung, Juckreiz, Lokale Reaktion
Nach ca 1 bis 48 Stunden nach der Blutegelbehandlung kommet es zu einer leichten Schwellung, verbunden mit einem Juckreiz - vergleichbar mit einem Gelsenstich. Dies entsteht durch ein Sekret des Blutegels, das unserem körpereigenen FHistamin ähnlich ist. Die Wirkung ist auf die Bisstelle lokal begrenzt. Der Juckreiz kann für den Patienten sehr unangenehm sein und ihn zum Kratzen veranlassen. Dadurch entsteht die Gefahr einer Wundinfektion!
Linderungsmöglichkeiten: kalte Umschläge zB auch mit essigsaurer Tonerde oder Salben gegen Gelsenstiche
Kreislaufschwäche
Öfters tritt bei den Patienten nach der Blutegelbehandlung eine Kreislaufschwäche auf die wahrscheinlich durch das Sekret des Blutegels ausgelöst wird. (nicht durch den Blutverlust selbst da dieser relatv gering ist) Es wird empfohlen den Tag der Blutegelbehandlung als rfelativen Ruhetag zu verbringen und vor allem viel zu trinken.
Seltene Nebenwirkungen einer Blutegeltherapie
Wundinfektionen
Die in der Literatur beschriebenen Fälle zu einer aufgetretenen Infektion nach einer Blutegelbehandlung, stehen alle im Zusammenhang mit dem Bakterium Aeromonas hydrophila als möglichen Infektionserreger. Das Bakterium Aeromonas hydrophila gehört zu den Darmbakterien des Blutegels und wird für die Verdauung benötigt. Das Bakterium findet man auf der Haut und auf den Saugnäpfen der Blutegels, jedoch nicht im Sekret, dass in den Patienten abgegeben wird. Das Bakteriun kommt aber auch in Wasser und Erde vor. Dh dass eine Infektion mit diesem Bakterium auch durch den Kontakt mit Wasser oder Erde ausgelöst werden kann.
Die meisten beschriebenen Fälle konnte durch Antibiotikatherapie erfolgreich behandelt werden. Zu schweren Infektionen kam es nur bei Patienten mit einem stark geschwächten Immunsystem. Dies stellt auch den Grund dar, warum bei stark geschwächten Patienten keine Blutegelbehandlung durchgeführt werden darf.
Folgende Maßnahmen sollten bei der Blutegeltherapie unbedingt eingehalten werden um das Risko einer Wundinfektion fast vollständig auszuschliesen: Keine Blutegeltherapie bei immungeschwächten Patienten
Beachtung aller Gegenanzeigen
Blutegel vor dem Ansetzen mindestens 30 Minuten in abgekochtes, kühles Wasser geben - dadurch soll die Wahrscheinlichkeit von Erregern auf der Haut verringert werden
Blutegel dürfen nur einmal verwendet werden. Keinesfalls dürfen Tiere nach der Mahlzeit künstlich zum errbrechen gebracht werden um sie nochmals einzusetzen
Die Blutegel nur auf Hautgebiete ansetzen die eine gute Durchblutung aufweisen. Schlecht durchblutete Hautgebiete oder krankhaft veränderte Hautgebiete sind eine Gegenanzeige
Die Nachblutung ist ein wesentlicher Bestandteil der Blutegeltherapie und dient auch der Wundreinigung. Daher sollte die Nachblutung nicht gestoppt werden.
Allergische Reaktionen
Allergische Reaktionen im Zusammenhang mit einer Blutegeltherapie treten sehr selten auf und wenn dann meisetnes nur sehr lokal begrenzt. Solche lokalen Reaktionen lassen sich mit Mitteln die bei pseudoallergischen Reaktionen eingesetzt werden gut behandeln.
Verstärkte oder lang anhaltende Nachblutung
Werden bei Krampfadern oder auch bei Blutergüssen die Blutegel direkt auf die Vene aufgestzt, ist zwandsläufig eine starke Nachblutung zu erwarten. Ebenso bei Patienten die blutverdünnende Medikamente einnehmen, oder aber bestimmte Erkrankungen der Leber oder Nieren aufweisen, lässt eine verlängerte bzw verstärkte Nachblutung erwarten. Durch das Anlegen eines entsprechenden Druckverbandes kann aber eine solche Nachblutung gut gestillt werden.
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