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Die Blutegeltherapie bei Hauterkrankungen, wie Abszessen, Furunkeln oder Entzündungen der LymphknotenDie Behandlung von Hautkrankheiten wie zB Furunkel oder Abszesse ist eines der bevorzugten Einsatzgebiete der Blutegeltherapie. AbszessEin Abszess ist eine mit Eiter gefüllte Schwellung die mit einem starken Druckschmerz einhergeht. Das Abszess entsteht durch eine Infektion und kann auch in Kombination mit Fieber stehen. Wird ein Abszess mit Blutegel behandelt, können die Blutegel direkt auf das Abszess aufgesetzt werden. Durch das Nachbluten wird das Abszess gereinigt, die Schwellung geht zurück und der Patient ist schlagartig erleichtert. Um das Abszess vollständig zu heilen sind jedoch meist mehrere Blutegeltherapien nötig. FurunkelIn der Literatur wird die ausgezeichnete Hilfestellung beschrieben, die Blutegel bei der Behandlung von Furunkeln und Karbunkeln liefern, insbesonders dann wenn die Blutegel frühzeitig bei Furunkeln und in ausreichender Menge (2 bis 5 Blutegel je nach Größe) angesetzt werden. Meistens wir empfohlen, die Blutegel an der Basis des Funrunkels anzusetzen. Besonders gute Ergebnisse werden bei Gesichtsfurunkeln beschrieben. Bald nach dem Ansetzen wird die bläuliche Verfärbung des Furunkels heller und rötlicher, der Schmerz den die Spannung des Furunkels erzeugt läßt schlagartig nach. Falls sich die Spannung beim Furunkel wiederholt können dem Patienten in kurzen Abständen ein paar mal Blutegel am Furunkel gesetzt werden. Zusätzlich hat diese Behandlung von Furunkeln auch einen kosmetischen Vorteil, da keine Narbenbildung nach der Furunkelbehandlung wie sie zB bei Inzision entsteht, auftritt. Entzündungen der LymphknotenHier eine Schilderung von Heinz Bottenberg aus dem Jahr 1935 der sich
sehr eingehend mit der Blutegeltherapie befasst hat. Dabei beschreibt
er die Behandlung seiner eigenen dreijährigen Tochter, bei der nach einem
infiziertem Ekzem beidseitig die submaxillären und submentalen Lymphknoten
anschwollen und zu faustdicken Packeten verschmolzen. Verbunden war dies
mit Fieber von 40,8 Grad C und Schüttelfrost. "Die Kleine machte
den Eindruck einer Schwerkranken, mit großer Apathie und teilweiser Benommenheit,
die nur durch kalte Wickel und Waschungen einigermaßen in Schranken
gehalten werden konnte...In diesem Zustand entschlossen wir uns blutegel
anzusetzen, und zwar vier auf der Linken Seite....Schon am Abend dieses
Tages war das Fieber weniger hoch (38,7 rektal), das Kind war frischer
und zeigte eine deutliche Entlastung. In den nächsten Tagen sank nun
die Temperatur auf die Norm, und, was niemand zu hoffen gewagt hatte,
die beiderseitigen, faustgroßen Tumoren vergingen zusehends, wie Butter
in der Sonne, ohne weitere äußere Anwendung, auch ohne innere Arzneigaben.
Es trat keine weitere Abszedierung mehr auf, kein Durchbruch nach außen;
und von den großen entzündlichen Tumoren war nach etwa einer Woche nur
noch ein walnußgroßer Rest auf jeder Seite zu fühlen. Das Kind erholte
sich auffallend rasch. Die völlige Heilung, kosmetisch besonders erfreulich,
war in etwa 4 Wochen erreicht. (1) Bottenberg Heinz: Die Blutegelbehandlung - ein vielseitiges Verfahren der biologischen Medizin. Stuttgart - Leipzig 1935 |
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